Die Friesen

Heute gibt es noch drei Gebiete, in denen traditionell Friesen anzutreffen sind. Die in den Niederlanden zwischen dem IJsselmeer (der ehemaligen Zuiderzee) und der Lauwers lebenden Friesen werden in Deutschland als Westfriesen bezeichnet. Ihre Selbstbezeichnung lautet aber westlauwers'sche Friesen, da Westfriesland in der heutigen Provinz Nordholland liegt. Die westlauwers'schen Friesen leben zum größten Teil in der Provinz Friesland. Die Provinz hat etwa 600.000 Einwohner.

Die zweite Gruppe lebt an der Küste des deutschen Bundeslandes Niedersachsen, von der niederländischen Grenze bis jenseits der Weser. Aufgrund ihrer Geschichte sind diese Ostfriesen territorial sehr zersplittert. Traditionell friesische Gebiete, in denen die friesische Identität mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, sind Ostfriesland und das Oldenburger Friesland, das Saterland, Butjadingen und das Land Wursten. Die tatsächliche Anzahl der Friesen in Niedersachsen ist schwer zu schätzen, in allen genannten Gebieten leben über 500.000 Menschen.

Die dritte Gruppe sind die Nordfriesen in Schleswig-Holstein. Sie leben im Westen des Landkreises Nordfriesland sowie auf den Inseln und Halligen. Zu ihnen werden auch die Helgoländer Friesen gerechnet.Kultur und Sprache Die Wissenschaft von der Sprache, Literatur und Landeskunde der Friesen wird als Frisistik bezeichnet.

In Deutschland und den Niederlanden sind die Friesen als nationale Minderheit beziehungsweise als eigene Volksgruppe anerkannt. Wie viele Mitglieder diese Volksgruppe hat, ist jedoch nicht genau festzustellen, da das Bekenntnis zu einer Minderheit frei ist und vom Staat nicht abgefragt wird.

Die engste Definition der Minderheit ist jedoch jene, die sich rein über die Sprache definiert. Demnach gelten nur solche Menschen als Friesen, die einen Dialekt der Friesische Sprache sprechen. Diese „Sprachfriesen“ sind heute vor allem in der niederländischen Provinz Friesland anzutreffen. Dort sprechen noch etwa 400.000 Menschen auf dem Festland und auf den Wattenmeerinseln Terschelling und Schiermonnikoog Westfriesisch.

Im schleswigschen Nordfriesland findet man dagegen nur noch geschätzte 10.000 Menschen, die einen der nordfriesischen Dialekte sprechen, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr und in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze, besonders um Risum-Lindholm. Das Friisk Gesäts führte ab 2004 zu einem rechtlich klaren Status der Sprache.

Im östlichen Friesland ist die Ostfriesische Sprache dagegen bereits seit Jahrhunderten nahezu ausgestorben. Bis heute hat nur das Saterfriesische, ein von 2000 Menschen gesprochener ostfriesischer Dialekt, im Saterland überlebt.

Die wenigen Menschen, die heute noch Friesisch sprechen, bedienen sich im Alltag auch der verwandten Sprachen wie Niederländisch, Niederdeutsch, Hochdeutsch oder Dänisch. Wie viele andere kleine Minderheitensprachen Europas auch ist das Friesische akut vom Aussterben bedroht.Viele Friesen sprechen somit heute kein Friesisch mehr. Aber insbesondere in Ostfriesland, das mittlerweile komplett Niederdeutsch geprägt ist, hat die friesische Identität den Untergang der friesischen Sprache überlebt. Das Ostfriesische Platt ist zudem eine noch stark friesisch geprägte Variante des Niederdeutschen. Sie ist in Ostfriesland ähnlich identitätsstiftend wie die friesischen Sprachen in Nord- und Westfriesland und hebt sich von anderen niedersächsischen Dialekten deutlich ab. In der niederländischen Provinz Friesland wird neben dem Friesischen in manchen Gebieten ebenfalls traditionell Niedersächsisch gesprochen. Auch holländisch-friesische Mischdalekte sind dort zu finden (Stadtfriesisch, Bildts).

Zahlreiche historisch friesische Gebiete werden heute nicht mehr zu Friesland gezählt. Das heute zu den Niederlanden gehörende Hauptgebiet der Friesen, West- und Mittelfriesland, erstreckte sich von Alkmaar in der Provinz Nordholland entlang der Küste der Provinzen Friesland und Groningen (Ommelande) bis zur Mündung der Ems. Friesische Identität ist in Nordholland und Groningen heute jedoch kaum noch vorhanden.

Es gibt auch noch einige Nachkommen der Friesen an der Küste von Jütland. Es handelt sich hierbei um einige Orte zwischen der deutsch-dänischen Grenze und dem Fluss Wiedau. Die Inseln Rømø und Fanø werden zum Teil geographisch zu den Nordfriesischen Inseln gezählt, wurden jedoch nie von Friesen besiedelt. An der Ostseeküste beherbergte nur Flensburg lange Zeit eine bedeutende friesische Minderheit, da im 17. und 18. Jahrhundert viele Nordfriesen in die Stadt zogen, um dort als Seeleute anzuheuern. Heute ist von dieser Vergangenheit aber nur noch wenig zu bemerken.

Die ersten schriftlichen Zeugnisse stammen aus dem 13. Jahrhundert bis 15. Jahrhundert. Diese Phase des Friesischen wird als Altfriesisch bezeichnet. Zeitlich gehört Altfriesisch zu derselben Epoche wie Mittelniederdeutsch und Mittelhochdeutsch.

Das moderne Friesisch entstand im Laufe des 15. Jahrhunderts und zerfällt inzwischen in drei Dialektgruppen, die sich stark voneinander absetzen. Praktisch handelt es sich hier um unterschiedliche Sprachen.

Zweige des Friesischen Nordfriesisch: Nordfriesisch wird noch in großen Teilen Nordfrieslands in Schleswig-Holstein gesprochen. Dies betrifft die Inseln Amrum (Öömrang), Föhr (Fering), Sylt (Sölring), Helgoland (Halunder), die Halligen (Halligfriesisch, kurz vor dem Aussterben) sowie einige Harden des nordfriesischen Festlands (wie die Bökingharde oder Wiedingharde). Von etwa 164.000 Einwohnern des Kreises Nordfriesland sprechen noch 10.000 Friesisch. Es gibt 9 Insel- und Küstendialekte. Einige von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Auf Eiderstedt, Nordstrand und Pellworm wird nicht mehr Friesisch gesprochen. Durch die Annahme des Friisk Gesäts 2004 hat die Sprache in Nordfriesland und Helgoland den Status einer Amtssprache.

Das Nordfriesische wird im Endangered Languages in Europe Report als seriously endangered (ernsthaft gefährdet) eingestuft, da es nur noch an wenigen Orten, insbesondere im Norden der Insel Amrum und im Westen der Insel Föhr, innerhalb der Familien an die jüngere Generation weitergegeben wird. Ähnlich der Verwendung von Anglizismen im Deutschen lässt sich auch im Friesischen eine Zunahme deutscher Wörter und Wendungen beobachten. Dies resultiert u. a. aus der Tatsache, dass sich das Friesische nur bedingt weiterentwickelt. So gibt es z. B. keine friesische Übersetzung für Wörter wie "Fernseher" oder "Auto".


Ostfriesisch: in Ostfriesland selbst ist die Friesische Sprache gänzlich ausgestorben. Zuletzt wurde Ostfriesisch noch auf Wangerooge gesprochen (Wangerooger Friesisch), bis es in den 1930er Jahren auch dort vor allem durch die niedersächsische und in geringerem Maße auch durch die Hochdeutsche Sprache verdrängt wurde.

Das letzte Überbleibsel der ostfriesischen Sprache, das Saterfriesische, wird in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg von etwa 1.000 bis 2.500 Menschen gesprochen.


Westfriesisch: das Westfriesische, auch Westerlauwerssches Friesisch, wird in der niederländischen Provinz Friesland (Fryslân) bei Leeuwarden von ca. 440.000 Menschen gesprochen, von denen etwa 350.000 es als Muttersprache sprechen.

Die oft als Stadtfriesisch bezeichneten Mundarten der westfriesischen Städte gehören nicht zum Friesischen, sondern wurden im 15. Jahrhundert von friesischen Kaufleuten aus der Provinz Holland übernommen. Durch starken Einfluss der friesischen Grammatik und Syntax kann man diese Dialekte aber auch nicht eindeutig als Holländisch bezeichnen. Sie formen innerhalb der niederländischen Sprache eine Sondergruppe und werden bisweilen sogar als Sondersprache bezeichnet.

Der Landkreis Friesland ist ein Landkreis im Nordwesten Niedersachsens. Im Westen grenzt er an den Landkreis Wittmund an, im Norden hat er eine Küste zum Wattenmeer der Nordsee. Östlich liegen Jade und Jadebusen und dazwischen grenzt er an die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven an. Im Süden des Kreises liegen die Landkreise Wesermarsch, Ammerland und Leer. Zum Kreisgebiet gehört auch die ostfriesische Insel Wangerooge.

Der Landkreis befindet sich noch östlich der historischen Landschaft Ostfriesland. Geschichtlich ist der Begriff damit zu erklären, dass dieses Gebiet zwar historisch zum alten Friesland zählt, aber nicht zur Grafschaft Ostfriesland, sondern nach wechselnden Herrschaften zuletzt zu Oldenburg gehörte und noch heute zum Oldenburger Land gezählt wird. Gemeinsam mit Ostfriesland und Wilhelmshaven zählt man den Landkreis Friesland aber zu Ost-Friesland.

Der vorwiegende Landschaftstyp ist die Marsch (Schwemmland), gefolgt von Geest und Moor. Weit verbreitet in der Landschaft sind Wallhecken in Form von Wällen, die mit Bäumen oder Sträuchern bewachsen sind. Sie sind Teil der Kulturlandschaft Frieslands und stammen aus dem Mittelalter. Sie dienten damals der Abgrenzung der Grundstücke, heute dienen sie dem Windschutz und stellen ökologische Kleingebiete dar. Wegen der Lage des Landkreises direkt an der Nordsee spielt der Tourismus eine wichtige Rolle. Besondere Reize für Urlauber bietet die im Wattenmeer gelegene, neun Kilometer lange Insel Wangerooge.

Das Amt Friesland entstand 1933 im Rahmen der Oldenburgischen Verwaltungsreform aus der Vereinigung des bisherigen Amtes Jever mit dem größten Teil des Amtes Varel. Am 1. Januar 1939 erhielt das Amt seine heutige Bezeichnung „Landkreis Friesland“, immer noch im Land Oldenburg, das erst 1946 zum neu gegründeten Land Niedersachsen kam.

Durch die am 1. August 1977 in Kraft getretene Kreisreform wurde der Landkreis Friesland aufgelöst und die Gemeinden Bockhorn und Zetel sowie die Stadt Varel in den Landkreis Ammerland umgegliedert. Die Stadt Jever und die Gemeinden Sande, Schortens, Wangerland und Wangerooge wurden mit dem ostfriesischen Landkreis Wittmund zum neuen Großlandkreis Friesland zusammengefasst. Kreisstadt wurde Wittmund.

Aufgrund verschiedener Verfassungsklagen vor dem niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg wurde die Kreisreform in Teilen als verfassungswidrig festgestellt und dem niedersächsischem Landtag eine Überarbeitung des Gesetzes für den Raum Ammerland/Friesland nahe gelegt.

Zum 1. Januar 1980 wurde die Neugliederung des Raumes Friesland/Wittmund zurückgenommen und die Landkreise Ammerland, Friesland und Wittmund in ihrer bisherigen Form wiederhergestellt. Kreisstadt ist seitdem wieder die Stadt Jever.

 

"Grode Möhl"  Varel

   

   

   

Quelle: http://de.wikipedia.org
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